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Du bist ein KMU-Inhaber. Dein grosser Kunde drückt dich. Verlangt Rabatte. Bezahlt in 60 Tagen, oder 90, oder noch schlimmer. Behandelt dich wie einen Vendor, nicht wie einen Partner.
Du hasst es. Aber akzeptierst es zähneknirschend.
Und dann machst du das Gleiche mit deinen Zulieferern. Und plötzlich sind deine Zulieferer KMU’s. Oder du drückst den Freelancer auf den Preis. Du verlangst Rabatte. Du kritzelst auf seiner Rechnung herum.
Du siehst die Verbindung nicht. Aber sie ist da.
Das Problem: Was passiert, wenn du einen Zulieferer unfair behandelst
Wenn du einen kleinen Vendor auf den Preis drückst, was denkst du, passiert dann?
Er ärgert sich über dich. Vielleicht nicht offen. Aber er tut es. Und dieser Ärger hat Konsequenzen.
Er deprioritisiert dich, auf Denglisch, du wirst Low-Priority. Wenn er die Wahl hat zwischen deinem Projekt und dem Projekt deines Konkurrenten, welches bekommt Aufmerksamkeit? Das, das fair bezahlt wurde. Bist du jetzt überrascht? Bist du nicht, eben.
Er gibt deinem Konkurrenten besseren Service. Nicht aus Loyalität. Sondern aus menschlicher Natur. Leute geben mehr für Leute, die sie fair behandeln.
Er redet über dich. Nicht in einem guten Licht. Kleine Business-Netzwerke sind eng. Wenn du als jemand bekannt bist, der Vendors drückt, spricht sich das herum.
Er wird unflexibel. Wenn du einen Rush-Job hast und etwas schnell brauchst, sagt er nein. Weil du dir Flexibilität nicht verdient hast. Du hast seinen Kredit aufgebraucht.
Das grössere Bild: Warum KMUs klein bleiben
Hier ist, was ich beobachtet habe: KMU-Inhaber sind rücksichtslos gegenüber einander. Sie konkurrieren erbittert. Sie drücken sich gegenseitig auf den Preis.
Aber wenn ein grosser Konzern auftaucht, geben sie auf. Sie akzeptieren unfaire Bedingungen. Sie akzeptieren, in 60 Tagen bezahlt zu werden.
Warum? Weil sie denken, sie haben keine Wahl.
Und genau hier ist das Problem: Wenn alle KMUs unfaire Behandlung durch Konzerne ablehnen würden und nur fair untereinander Geschäfte machen würden – sie hätten echte Macht.
Stattdessen konkurrieren sie so erbittert untereinander, dass sie nie kollektive Macht aufbauen können. Sie bleiben abhängig von Konzernen.
Resultat: Konzerne bekommen besseren Service, bessere Preise, mehr Flexibilität. KMUs werden gedrückt. Und dann drücken sie ihre Zulieferer.
Es ist ein Kreislauf, der sie klein hält. Erkennst du dich?
Die echten Kosten von unfairem Geschäft
Sagen wir, du verhandelst hart mit einem Freelancer. Du sparst 10% auf seinen Tarif. Du hast vielleicht CHF 500 bei einem CHF 5'000 Projekt gespart.
Aber was hast du verloren? Sein Wohlwollen. Seine Priorität. Seine Bereitschaft, die Zusatzmile zu gehen. Seine Empfehlung. Seine guten Worte in seinem Netzwerk.
Wie viel ist das wert? Wahrscheinlich mehr als die CHF 500, die du gespart hast. Aber du kannst es nicht in Rechnung stellen. Also siehst du es nicht. Aber es war so einfach den Schwachen zu drücken, gell?
Unfair vs. Fair

Fairness ist profitabel (nicht nett)
Ich argumentiere nicht für Fairness, weil es das Richtige ist. Ich argumentiere für Fairness, weil sie profitabel ist. Fairness ist, das klingt vielleicht irre für dich, egoistisch.
Wenn du fair mit Vendors umgehst: Sie prioritisieren dich. Sie geben dir besseren Service. Sie sind flexibel. Sie empfehlen dich.
Das ist mehr wert als 5-10% Rabatt auf den Preis. Aber die meisten KMU-Inhaber glauben das nicht. Also bleiben sie im Muster stecken.
Das strategische Problem: Macht und Abhängigkeit
Hier ist das grössere strategische Problem: KMUs haben zusammen echte Macht über Konzerne. Aber nur wenn sie zusammenstehen.
Stattdessen konkurrieren sie untereinander, drücken sich gegenseitig, und verlieren dadurch all ihre Verhandlungskraft gegenüber grösseren Spielern.
Das Gegenmittel: Ehrlichkeit
Frag dich selbst: Behandle ich meine Zulieferer so, wie ich behandelt werden möchte? Wenn nein – ändere es. Nicht weil es nett ist. Sondern weil es profitabel ist. Fair pricing, fair terms, fair treatment = besserer Service, Loyalität, Referrals. Unfaire Behandlung = minimales Engagement, Ärger, Abwanderung zu Konkurrenten.
Fairer Einkauf. Fairer Verkauf.
Das ist, wie kleine Unternehmen gross werden. Nicht durch Quetschen. Durch Aufbau.
Ich kenne Firmen, die Business hätten machen können, die Verträge hatten, aber irgendwann sagten: Sorry, du bist als Kunde nicht mehr interessant für mich.