Bullshit-Jobs und überflüssige Admin-Rollen: Warum viele Stellen bald verschwinden
In vielen Unternehmen wimmelt es von Menschen, die jeden Tag beschäftigt wirken – aber kaum echten Wert schaffen. Sie füllen Excel-Sheets, schreiben Reports, koordinieren Meetings, und am Ende fragt sich niemand: Wozu eigentlich?
Halt! Bis vor ein paar Jahren fragte sich niemand. Aber in der Zukunft wird man sich eben schon fragen, was der Verwaltungsmensch A, der Manager B, der Director C oder auch der VP D eigentlich macht, entscheidet und – vorantreibt.
Der Anthropologe David Graeber prägte dafür den Begriff „Bullshit-Jobs“ – Tätigkeiten, die selbst von den Betroffenen als überflüssig empfunden werden. Das bedeutet aber nicht dass dies auch nach aussen kommuniziert wird, natürlich nicht. Job ist schliesslich Geld! Mit dem Vormarsch von Automatisierung und KI wird aber klar: Genau diese Rollen stehen als auf der Abschussliste, wenn nicht jetzt dann in ein paar Jahren. Oder Monaten.
Was sind „Bullshit-Jobs“?
Bullshit-Jobs sind keine schlecht bezahlten Arbeiten, sondern solche, die gar nicht existieren müssten. Dazu gehören etwa:
• Endlose Report-Schreiber, deren Dokumente niemand liest.
• Koordinatoren von Koordinatoren, die Prozesse verwalten, die niemand braucht.
• Managen von irgendwelchen Dingen, die wenig bringen
• Manager und Directors und VP’s die irgendwie da sind, aber nie irgendeine wichtige Entscheidung getroffen haben, welche wirklich Veränderung gebracht hat.
• Meeting-Produzenten, die Kalender blockieren, ohne Ergebnisse zu liefern.
Das Tragische: Viele dieser Mitarbeiter wissen tief in sich, dass ihr Job keinen echten Unterschied macht. Das nagt an Motivation, Sinn und Selbstwert. Und führt zu Zynismus.
Admin-Jobs im Fadenkreuz – Achtung die Verwalter kommen
Natürlich gibt es unverzichtbare administrative Funktionen: Buchhaltung, Compliance, HR-Basisarbeit. Aber daneben hat sich eine ganze Schicht von Rollen gebildet, die kaum noch rechtfertigbar sind. Typische Beispiele:
• Dokumenten-Akrobaten: Tätigkeiten, die längst automatisierbar wären (Rechnungsfreigaben, Formulare, Standardberichte).
• Meeting-Manager: Assistenzrollen, die nur Termine planen, Protokolle schreiben und Folge-Calls organisieren.
• Kontrolleure der Kontrolleure: Manager, die Daten sammeln, an andere Manager weiterleiten – ohne eigene Entscheidungen. Jetzt mag man von Jordan Peterson halten was man will, aber die Aussage “65 % aller Manager in Firmen bringen Negativ-Value” steht im Raum.
ERP-Systeme, KI-gestützte Chatbots und Automatisierung nehmen diesen Rollen zunehmend die Grundlage. Am Anfang betraf das einfachere Tätigkeiten, aber zunehmend sind auch Anwälte, Manager und die Geschäftsleitungsebene betroffen.
Wenn auch Manager überflüssig sind
Überflüssigkeit betrifft nicht nur Sachbearbeiter. Auch auf Management-Ebene gibt es viele Titel ohne Substanz:
• „Direktoren“ oder „Vice Presidents“, die nur existieren, um Hierarchien aufzublähen.
• Führungskräfte, die Entscheidungen vertagen, statt sie zu treffen.
• Manager, deren einziger Output PowerPoint-Folien sind. Oder schöne Posts auf Linkedin, die von Untergebenen eifrig geliked werden.
Das Problem: Je mehr Ebenen zwischen Mitarbeitern und Entscheidungen, desto langsamer und ineffizienter wird ein Unternehmen.
Die Gefahr für KMUs
Grosse Konzerne können sich einen gewissen Wasserkopf leisten – KMUs nicht. Dennoch kopieren viele kleinere Firmen unbewusst die Strukturen der Grossen und schaffen Rollen, die ihnen langfristig das Genick brechen. Für ein KMU gilt: Jede Stelle muss klar messbaren Wert bringen – sei es durch Wachstum, Kundenerlebnis oder Effizienz. Alles andere ist Luxus, den man sich nicht leisten kann.
Blick nach vorn: KI, Automatisierung und schlanke Strukturen
Die Technologien, die überflüssige Jobs ersetzen, sind längst da:
• Automatisierte Buchhaltungssysteme reduzieren den Bedarf an Rechnungsprüfern.
• KI-Assistenten übernehmen Terminplanung, Standardantworten und Datenanalysen.
• Workflow-Automatisierung ersetzt manuelle Schnittstellenarbeit.
• Manager müssen etwas bringen, nicht ihre Zeit mit Floskeln und 1-1’s füllen.
Die Organisation der Zukunft ist flacher, schneller und schlanker. KMUs haben hier einen Vorteil: Sie können unbürokratisch Strukturen anpassen und damit einen Effizienzsprung machen, den träge Konzerne nur schwer schaffen.
Von Bullshit-Jobs zu echtem Impact
Der Wandel mag schmerzhaft sein – aber er ist unausweichlich. Bullshit-Jobs und redundante Admin-Rollen werden verschwinden. Zurück bleiben Tätigkeiten, die echten Impact haben: Entscheidungen, Kreativität, Wertschöpfung. Die Aufgabe für KMUs: Widerstehen Sie der Versuchung, Hierarchien künstlich aufzublähen. Bau Teams, in denen jeder Einzelne sichtbar und spürbar zum Erfolg beiträgt.
Denn am Ende gilt: Ein Unternehmen lebt nicht von Menschen, die beschäftigt wirken – sondern von Menschen, die Ergebnisse schaffen. Neue Produkte entwicklen, Geschäftsfelder aufbauen, strategische Beziehungen schaffen, Marketinpläne bauen, und natürlich Verkaufen – richtige Arbeit halt. Und dazu gehört auch das Eingehen von Risiken, wirkliche Verantwortung übernehmen. Also, los geht’s!
