Drei Gedanken zum Start ins Jahr 2026

René Albert

Zu Beginn dieses Jahres beschäftigen mich drei Dinge, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben. Und doch hängen sie enger zusammen, als man meint: Familie, Arbeit und die Welt, in der wir leben. Vielleicht liegt darin sogar der rote Faden dieses Jahres: Klarheit. Prioritäten. Und die Erkenntnis, dass manches nur mit Geduld entsteht und anderes trotz aller Unruhe überraschend stabil bleibt. Und ja, zuerst reden wir nicht übers Business, sondern über Privates.

Familienzeit. Mara kommt zurück

Meine Tochter Mara kommt nach einem Jahr aus den USA zurück. Und ja, es ist schön, sie wieder hier zu haben. Nicht nur, weil die Amerikaner derzeit kollektiv ein bisschen durchdrehen. Ein kleiner Scherz, so halb, oder etwa nicht?

Doch jenseits solcher Seitenhiebe geht es um etwas anderes: Wenn es um die eigenen Kinder geht oder um den Menschen an der eigenen Seite, dann rückt vieles, was man im Alltag so wichtig nimmt, plötzlich in den Hintergrund.

Wir reden viel über Ziele, Wachstum, Karriere, Erfolg. Aber wenn die Beziehung zu den Menschen, die einem am nächsten stehen, nicht funktioniert, dann wirkt vieles andere schnell leer. Oder wertlos. Fast schon absurd. Man braucht Ziele im Leben, aber man braucht auch ein Zuhause. Und beides muss stimmig sein.

Business. Das dritte Jahr und die ersten echten Ergebnisse

Ich bin jetzt im dritten Jahr mit meinen eigenen Unternehmen unterwegs. Und langsam, ganz langsam, fangen die Dinge an, sich zu bewegen. Kein Feuerwerk, keine Hollywood-Story, kein “overnight success”. Aber Ergebnisse. Klarer Fokus. Konkrete Fortschritte.

Es fühlt sich an wie dieser Moment, in dem man realisiert, dass all die Nächte, in denen man an etwas geglaubt hat, was noch niemand sehen konnte, sich beginnen auszuzahlen. Und ich merke:

Es geht nicht um Genialität.

Es geht um Beharrlichkeit.

Um Geduld.

Um Energie und Ausdauer.

Man wächst als Unternehmer nicht durch Visionen, sondern durch das tägliche Erscheinen. Durch das Dranbleiben, auch wenn niemand applaudiert. Und irgendwann kippt der Prozess, und die ersten kleinen Wellen beginnen, auf deine Seite zu spielen.

2026 fühlt sich an wie der Anfang dieses Kippmoments.

Die Welt. Unruhe, Umbrüche und eine Chance für Europa

Und dann ist da noch diese Welt draussen. Eine Welt, die sich in den letzten Jahren radikaler verändert hat als in den zwei Jahrzehnten davor. Der Krieg in der Ukraine ist nicht vorbei. Die USA verändern sich so schnell und so tiefgreifend, dass man kaum weiss, mit welcher Version dieses Landes man in fünf Jahren zu tun haben wird. Oder ob die Version mit der wir aufgewachsen sind, das «wahre» Amerika waren.

Europa wird lernen müssen, ohne permanente amerikanische Rückversicherung zurechtzukommen. Wirtschaftlich, geopolitisch, sicherheitspolitisch. Das klingt düster.

Aber vielleicht liegt genau darin eine Chance. Europa wird gezwungen sein, erwachsen zu werden. Neue Partnerschaften aufbauen, neue Industrien entwickeln, neue Allianzen schmieden – vor allem im Osten und Süden. Mit neuen Ländern arbeiten, neue Freunde finden. Und wer sich daran beteiligt, wer heute die richtigen Brücken baut, der wird langfristig enorm profitieren.

Für uns, für unsere Unternehmen, für unsere Region bedeutet das: Jetzt ist der Moment, in dem man gestalten kann. Nicht warten, nicht jammern – handeln.

Es ist selten so viel in Bewegung wie heute. Und wo Bewegung ist, sind immer Möglichkeiten.

2026 beginnt für mich nicht mit einem grossen Knall, sondern mit Klarheit. Familie erinnert mich daran, was wirklich zählt. Unternehmertum zeigt mir, dass Ausdauer oft mächtiger ist als Talent. Und die Weltlage? Sie zwingt uns, neu zu denken – und eröffnet gleichzeitig Chancen, die es seit Jahrzehnten nicht gab.

Vielleicht ist das der gemeinsame Nenner all dieser Gedanken: Das Wichtigste im Leben entsteht langsam, durch Beziehungen, durch Beharrlichkeit, durch das Vertrauen, dass der eigene Weg trägt, selbst wenn um uns herum vieles ins Wanken gerät.